Business Compliance

Gesetzeskonform handeln und Standards für integres, ethisch einwandfreies Verhalten setzen
Auf Grundlage zahlreicher internationaler Initiativen zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption (z. B. Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption, OECD-Konvention zur Bestechungsbekämpfung) haben in vielen Ländern die jeweiligen nationalen Behörden Gesetze und Verordnungen verabschiedet, die es untersagen, Vergünstigungen anzubieten, um dadurch Aufträge zu erhalten bzw. zu behalten oder sich sonstige unzulässige Vorteile zu verschaffen. In Österreich verdeutlichen das Korruptionsstrafrecht, das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung sowie die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft die Bedeutung der Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Sektor und in der privaten Wirtschaft. Die Dynamik des globalen Marktes macht es für einen international agierenden Konzern unerlässlich, potentielle Gefahrenquellen ständig zu beobachten, Risiken damit frühzeitig zu erkennen und bestehende Prozesse den aktuellen Entwicklungen und Bedürfnissen anzupassen.

Es ist selbstverständlich, dass die STRABAG SE und ihre Konzerngesellschaften insbesondere Wert auf die Einhaltung der Gesetze und Normen legen, die in den Ländern gelten, in denen der Konzern tätig ist.

Was wir unter Business Compliance verstehen

Unter dem Begriff Compliance versteht man die Einhaltung von Verhaltensregeln, Gesetzen und Richtlinien. Insofern bezieht sich Business Compliance auf die Einhaltung von Gesetzen, denen ein Unternehmen unterworfen ist, sowie von Regeln und Richtlinien, die dem Unternehmen auferlegt sind oder die sich das Unternehmen selbst auferlegt hat.

Gerade in der Baubranche ist ethisch einwandfreies Verhalten von wesentlicher Bedeutung: Vertrauen zwischen der Auftraggeberseite und den Auftragnehmerinnen und Auftragnehmern ist eine der Grundvoraussetzungen für das Gelingen eines Bauwerks. Um dieses Vertrauen zu stärken und zu erhalten, braucht es eine hohe Transparenz und klare Regeln bei Auftragsvergaben und Ausführung, zumal die Auftragnehmerseite eines Projekts oft mit einer Reihe von Nachunternehmen und Zulieferfirmen Vertragsverhältnisse unterhält.

Was das STRABAG Ethik-Business Compliance-System beinhaltet
Als verantwortungsvolles Unternehmen ist es unsere permanente Aufgabe, sicherzustellen, dass in der gesamten Organisation richtlinien- und regelkonform gehandelt wird. Dazu ist es unabdingbar, dass sowohl das Management als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einhaltung gesetzlicher Auflagen und interner Vorschriften höchste Bedeutung beimessen und die Grundwerte sowie die spezifischen Unternehmenswerte erkennen und befolgen.

STRABAG hat bereits im Jahr 2007 einen Ethik-Kodex und eine interne Compliance-Richtlinie verfasst, die im Jahr 2014 durch das Ethik-Business Compliance-System ersetzt und damit aktualisiert wurden. Dieses System setzt sich zusammen aus:

  • dem Code of Conduct,
  • dem Leitfaden Business Compliance,
  • dem Leitfaden Business Compliance für Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner sowie
  • der personellen Struktur des STRABAG Business Compliance-Systems.

Der Code of Conduct dient dazu, die gemeinsamen Grundsätze für STRABAG, das Management sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenfassend darzustellen und Fehlleistungen zu verhindern. Er unterstützt dabei, ein gemeinsames Wertesystem sicherzustellen und enthält neben allgemeinen Verhaltensgrundsätzen Regelungen zu folgenden Themen:
  • Verantwortliches Verhalten gegenüber unseren Stakeholdern
  • Wahrung der Menschenrechte
  • Vertraulichkeit im Umgang mit Informationen
  • Prinzipien der Personalpolitik und Grundsätze eines respektvollen Umgangs innerhalb des Konzerns
  • Umgang mit Interessenskonflikten, Korruption, Bestechung und wettbewerbsrechtlich relevanten Verhaltensweisen
  • Einhaltung von gesetzlichen Auflagen und internen Regelungen
  • Handlungsanweisungen für ethisch einwandfreies Verhalten im Geschäftsalltag sowie Verhaltensgrundsätze im Umgang mit unseren Stakeholdern sind in den beiden o. g. Leitfäden ausführlich beschrieben.

Die personelle Struktur unterstützt dabei, den Code of Conduct und die Leitfäden im Konzern umzusetzen:

Die Konzern Business Compliance-Koordinatorin bzw. der Koordinator und die regionalen Business Compliance-Beauftragten beraten umfassend in allen Belangen zu den Themen Ethik und Business Compliance (Vermeidung von Korruption und Kartellverstößen, Umgang mit Beraterverträgen, Hintergrundcheck von Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, Sponsoring) und sind bei bestimmten Geschäftsfällen verpflichtend beizuziehen. Zusätzlich stehen sogenannte Ombudsleute als Ansprechpersonen für das Hinweisgebersystem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch Dritten, zur Verfügung.

Die Dokumente des STRABAG Ethik-Business Compliance-Systems sind im Intranet und auf der Website von STRABAG in 20 Sprachen verfügbar.

Was wir zur Umsetzung und Einhaltung des STRABAG Ethik-Business Compliance-Systems tun
Um die Prinzipien des Ethik-Business Compliance-Systems flächendeckend im Konzern zu verbreiten und dessen Wirksamkeit sicherzustellen, wurde von STRABAG ein eigenes E-Learning-Modul „Richtiges Verhalten im Geschäftsalltag“ entwickelt, das verpflichtend von allen Angestellten des Konzerns zu absolvieren ist. Seit der Einführung dieses Moduls wurden über 30.000 Beschäftigte geschult. Regelmäßige Auffrischungsschulungen sichern den langfristigen Erfolg dieser Maßnahme.

Verpflichtende Präsenzschulungen zum Thema „Korruption und Kartellrechtsverstöße“ für das gesamte Management sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sensiblen Bereichen, tragen der erhöhten Verantwortung dieser Personen zur Einhaltung der relevanten Gesetze und Regeln Rechnung.

Das im Zuge der Aktualisierung des STRABAG Business Compliance-Systems angepasste E-Learning-Modul zum richtigen Verhalten im Geschäftsalltag wurde zu Beginn des Jahrs 2016 bereits in allen relevanten Konzernsprachen und in allen Konzernländern eingesetzt. Zum Jahresende 2016 wurde eine Schulungsquote der Angestellten von 83 % bezogen auf den Gesamtkonzern erreicht. Das Ziel einer Durchdringung von 90 % im Jahr 2016 wurde damit knapp verfehlt. Für alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist diese Schulung generell verpflichtend vorgesehen. Ebenso sind in einem Rhythmus von drei Jahren Auffrischungsschulungen zu absolvieren. Ende Oktober 2016 wurde in Zusammenarbeit mit der Personalentwicklungsabteilung ein Software-Tool fertiggestellt, mit dem die E-Learning-Schulung auch jenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden kann, die nicht über die konzerneinheitliche IT-Plattform verwaltet werden. Sie können nunmehr ebenfalls in das konzerneinheitliche Schulungsprogramm integriert werden. Für das Jahr 2017 setzt sich STRABAG erneut das Ziel einer Durchdringung dieser Schulung von 90 % bei den Angestellten.

Ebenfalls fortgeführt wurden Präsenzschulungen für Mitglieder des Managements durch externe Rechtsexperten zur Vermeidung von Korruption und Kartellverstößen in Form von eintägigen Erstschulungen für neue Mitglieder sowie von halbtägigen Auffrischungsschulungen im Abstand von drei Jahren für bestehende Mitglieder des Managements. Per 31.12.2016 betrug der Anteil der Managerinnen und Manager, die an der Erstschulung teilgenommen haben, 81 %. Damit wurde das Ziel, im Jahr 2016 95 % aller Führungskräfte erreicht zu haben, aufgrund zahlreicher Neubestellungen nicht getroffen. Künftig liegt daher der Fokus auf einem strengeren Monitoring der Absolvierung von Schulungen, sodass auch bei Fluktuation eine zeitnahe Schulung gewährleistet ist. Grundsätzlich strebt STRABAG an, dass alle Mitglieder des Managements wie vorgesehen geschult sind. Angesichts der Fluktuation ist jedoch eine Quote von 95 % realistisch, weshalb sich STRABAG zumindest dieses Ziel für das Jahr 2017 erneut setzt.

Ergänzt wurde diese Maßnahme durch die Einführung einer vertiefenden Kartellrechtsschulung für alle Führungskräfte im Jahr 2015. Ebenso wie die Schulung zur Vermeidung von Korruption und Kartellrechtsverstößen als verpflichtende Präsenzschulung konzipiert, ist dieses Modul in dreijährigem Rhythmus zu wiederholen. 2016 wurde diese Schulung von 376 der etwa 1.084 Managerinnen und Manager im Konzern absolviert. Unter Berücksichtigung der Teilnehmenden aus dem Jahr 2015 (795) kann die erstmalige vertiefte Schulung des bestehenden Managements zu Kartellrechtsthemen daher als weitestgehend abgeschlossen betrachtet werden. Für neu hinzukommende Mitglieder des Managements wird die Präsenzschulung jedoch laufend fortgesetzt.

2016 wurden im Zuge eines von KPMG durchgeführten Status Checks des Business Compliance Management-Systems diverse Maßnahmen zur Weiterentwicklung, insbesondere im Hinblick auf eine angestrebte Zertifizierung nach gängigen Prüfungsstandards, erarbeitet. KPMG
kam im Rahmen dieses Status Checks zu einem durchgängig positiven Gesamteindruck des STRABAG-Systems. Dies betrifft sowohl die Organisation und die Struktur als auch die Prozesse des Business Compliance-Managementsystems.

Unsere Ziele
STRABAG hat es sich als Ziel gesetzt, unter Berücksichtigung und Einhaltung der ethischen Grundwerte Integrität, Verantwortungsbewusstsein, Fairness, Compliance und Transparenz ein ethisch vorbildhafter Baukonzern zu sein.

Für die nächste Planungsperiode sind folgende Schwerpunktthemen identifiziert:
  • Personelle Verstärkung angesichts zunehmender Bedeutung von geschäftlicher Compliance auf internationaler Ebene
  • Intensivierung der Schulungstätigkeit durch Verkürzung der Schulungsintervalle
  • Formalisierte Business Compliance in den operativen Organisationseinheiten
  • Installieren einer Whistleblowing-Hotline



    Auf der Website veröffentlicht am 28.07.2015 – Zuletzt publiziert am 01.09.2017 15:12:19
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