Business Compliance

Gesetzeskonform handeln und Standards für integres, ethisch einwandfreies Verhalten setzen
Die Vermeidung von Korruption und wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen ist in den letzten Jahren zu einer wesentlichen Managementaufgabe geworden. Der einem Unternehmen durch korrupte oder wettbewerbswidrige Verhaltensweisen einzelner Mitarbeitender entstehende Schaden kann mitunter dramatisch sein. Auch die Bauwirtschaft ist gegen korruptes oder wettbewerbswidriges Verhalten Einzelner nicht gefeit. Komplexe Abrechnungsprozesse sowie die Notwendigkeit einer Vielzahl von Vertragsverhältnissen im Zuge eines Bauvorhabens erschweren in vielen Fällen die Aufklärung von regelwidrigen Verhaltensweisen.

Auch wenn STRABAG einen Großteil ihres Umsatzes in Ländern erwirtschaftet, in denen das Korruptionsrisiko sehr gering ist – so etwa in Deutschland, Österreich und Polen – ist sie aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung auch in Ländern tätig, die z. B. nach dem Korruptionswahrnehmungsindex
1 einem erhöhten Korruptionsrisiko unterliegen. In allen Regionen sind transparente Vorgehensweisen zur Risikominimierung gefordert, insbesondere in der Phase der Auftragsvergabe oder bei der Verhandlung mit Partnerfirmen und Subunternehmen.

ZUSTÄNDIGKEITEN UND REGELUNGEN

Das STRABAG-Compliance Management-System wird als lebendes System gesehen – es unterliegt einer kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen. Insbesondere die Vermeidung von Korruptionstatbeständen, von Verstößen gegen Wettbewerbsrechtliche Regelungen sowie jeglicher Art von Geldwäsche steht hier im Fokus. Es setzt sich zusammen aus:
  • dem Code of Conduct,
  • dem Leitfaden Business Compliance,
  • dem Leitfaden Business Compliance für Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner sowie
  • der personellen Struktur des STRABAG Business Compliance-Systems.

Der Code of Conduct legt die ethischen Grundwerte des Konzerns fest und trägt zur Ausbildung eines gemeinsamen Wertesystems bei. Der Leitfaden Business Compliance für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Leitfaden Business Compliance für Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner präzisieren die einzuhaltenden Regeln zur Vermeidung von Korruption und Wettbewerbsverstößen. Potenzielle Compliance-Verstöße, wie z. B. Bestechung, Betrug oder Korruption, können über unser konzernweites Hinweisgebersystem an benannte Ansprechpersonen (Ombudsleute) gemeldet werden. Telefonisch oder per E-Mail können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Subunternehmen oder andere Dritte – auf Wunsch anonymisiert – Hinweise weitergeben.

ZIELE UND INVESTITIONEN

Übergeordnetes Ziel des STRABAG-Compliance Management-Systems ist die vollständige Vermeidung von Compliance-widrigen Verhaltensweisen. Im Wissen um die Unmöglichkeit der vollständigen Erreichung dieses Ziels sowie im Bewusstsein der schwierigen Messbarkeit des Zielerreichungsgrads ist es erforderlich, für dieses übergeordnete Ziel unterstützende Ziele zu definieren.
  • Schulungsquoten zum 31.12.2017 (Durchdringungsgrad definierter Schulungen) Zielwert 100 %
    − E-Learning „Richtiges Verhalten im Geschäftsalltag“, Erstschulung: 93 %
    − E-Learning „Richtiges Verhalten im Geschäftsalltag“,
    Auffrischung: 96%
    − Präsenzschulung „Vermeidung von Korruption und Wettbewerbsverstößen“,
    Erstschulung: 96 %
    − Präsenzschulung „Vermeidung von Korruption und Wettbewerbsverstößen“,
    Auffrischung: 94 %
    − Präsenzschulung „Kartellrecht“: 80 %
  • Anzahl der im Jahr 2017 geschulten Mitarbeitenden
    − E-Learning „Richtiges Verhalten im Geschäftsalltag“
    Zielwert: 7.000 Personen/Jahr im dreijährigen Durchschnitt
    • Erstschulung: 3.872
    • Wiederholungsschulung: 7.850
    • Gesamt: 11.722
  • Anzahl der im Jahr 2017 geschulten Mitarbeitenden aus dem Management
    − Präsenzschulung „Vermeidung von Korruption und Wettbewerbsverstößen“
    Zielwert: 400 Personen/Jahr im dreijährigen Durchschnitt
    • Erstschulung: 308
    • Wiederholungsschulung: 488
    • Gesamt: 796
    − Präsenzschulung „Kartellrecht“
    Zielwert: 400 Personen/Jahr im dreijährigen Durchschnitt
    • Erstschulung: 233
    • Anzahl der Compliance-fördernden Maßnahmen im Jahr: 5
      Details dazu finden Sie unter „Projekte und Initiativen“.
    • Anzahl der festgestellten Business Compliance-Verstöße im Jahr (Zuordnungsdatum = Datum der abschließenden Feststellung): 1

PROJEKTE UND INITIATIVEN

Das Thema Compliance wird durch folgende Maßnahmen unterschiedlichster Art sukzessive stärker in den Fokus der Geschäftsagenda gerückt:
  • Verpflichtende Schulungsmaßnahmen für alle Mitarbeitenden sowie vertiefte, ebenfalls verpflichtende Schulungen für das Konzernmanagement in regelmäßigen Abständen sollen die Sensibilität für das Thema Compliance schärfen.
Folgende Compliance-fördernde Maßnahmen haben wir 2017 umgesetzt:
  • Wir konnten im Geschäftsjahr das Business Compliance-Team personell verstärken.
  • Zur Verbesserung der operativen Umsetzung des Compliance Management-Systems haben wir außerdem die Systematik der regionalen Business Compliance-Beauftragten neu geordnet.
  • Der Vorstand genehmigte 2017 die Umsetzung einer IT-unterstützten Whistleblowing-Hotline, um das Verfahren zur Hinweisgabe zu standardisieren und Hinweise auf Fehlverhalten zu erleichtern.
  • Mit einem zweiseitigen Artikel in der Mitarbeiterzeitschrift teams. zum Thema Whistleblowing wurde versucht, allen Mitarbeitenden die Wichtigkeit eines funktionierenden Hinweisgebersystems näherzubringen und Vorbehalte gegenüber dem Thema Whistleblowing auszuräumen.
  • Weiters wurde im Jahr 2017 mit einem Compliance Readiness Check begonnen, mit dem konzernweit die Kenntnis und die Umsetzung des STRABAG-Compliance Management-Systems in den Unternehmens- und Zentralbereichen evaluiert werden sollen, um darauf aufbauend weitere Compliance-fördernde Maßnahmen zu erarbeiten.

Unterstützung von CoST (Construction Sector Transparency Initiative)



Die Initiative Construction Sector Transparency Initiative (CoST) ist eine vom Ministerium für Internationale Entwicklung und der Weltbank unterstützte internationale Multi-Stakeholder-Initiative, die konzipiert wurde, um die Transparenz und das Verantwortungsbewusstsein in der Baubranche zu erhöhen. Das Ziel der CoSt ist, das Verantwortungsbewusstsein von beschaffenden Behörden und Baufirmen für die Kosten und Qualität von öffentlichen Bauprojekten zu erhöhen. Die Leitidee lautet: „Qualität hat ihren Preis“. Gleichermaßen einbezogen sind nationale Regierungen, betroffene Interessengruppen und die breite Öffentlichkeit. Der Schwerpunkt der CoSt liegt im Zeitraum zwischen der Auftragsvergabe und dem finalen Bau.


Finden Sie unsere Unterstützungserklärung unter: www.constructiontransparency.org

1 Transparency International, Corruption Perceptions Index 2016, unter: www.transparency.org (Stand 30.1.2018)



Auf der Website veröffentlicht am 28.07.2015 – Zuletzt publiziert am 07.08.2018 17:57:02
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