Digitalisierung

Die Digitalisierung ist aktuell eine der wichtigsten Fragen im Themenkomplex „Innovation“ bei STRABAG. Sie ist ein Megatrend, der auch die traditionellen Bauprozesse verändern wird, indem sie eine schnelle und weltweite Vernetzung von Dingen, Maschinen („Internet der Dinge“) und Menschen gestattet.
Datenerfassende und -sendende Komponenten können nahezu überall eingebaut werden, etwa in Baustoffen, Geräten und Bauteilen, um während der Erstellung von Bauwerken Informationen bereitzustellen oder um während des Betriebs Zustandsinformationen zu versenden.

Für STRABAG bedeutet der Trend zur Digitalisierung, dass alle wesentlichen Geschäftsprozesse – Planung, Ausführung, Produktion, Betrieb und Administration – an diese neue Art der Informationsverarbeitung schrittweise angepasst werden müssen. Wir wollen das digitale Planen und Bauen einführen, weil wir wettbewerbs- und damit zukunftsfähig sowie als Arbeitgeberin und Baupartnerin attraktiv bleiben wollen und weil wir durch die Vernetzung aller Baubeteiligten eine Steigerung der Qualität und Effizienz sowie eine bessere Planbarkeit der Zeiten und Kosten erwarten. Das heißt, dass wir uns auch mit den Prozessen und Schnittstellen unserer Lieferunternehmen befassen müssen. Unserem Konzernwert „Partnerschaftlichkeit“ folgend, haben wir deshalb damit begonnen, auch unseren externen Partnerunternehmen BIM.5D®-Schulungen anzubieten, damit wir gemeinsam die Standards der Zukunft erarbeiten können.

ZUSTÄNDIGKEITEN UND REGELUNGEN

Zur Bearbeitung und zur kontinuierlichen Verfolgung der Digitalisierungsprozesse wurde als Ausschuss des Vorstands das regelmäßig tagende Steering Committee Digitalisierung (SCD) eingerichtet, das aus den STRABAG SE-Vorstandsmitgliedern Christian Harder, Peter Krammer und Siegfried Wanker besteht. Das SCD wird beraten vom Team Digitalisierung STRABAG (TDS) mit je einem Vertreter aus der Operative, der Zentralen Technik sowie dem BRVZ-IT, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung unmittelbare Verantwortung tragen. Die Operative wird dabei vertreten von einem „Head of Digitalisation“ – eine Funktion, die im Jahr 2017 installiert wurde.

Weiters wurde mittels der neuen Konzernrichtlinie „GPM-Organisation“ (Geschäftsprozessmanagement) das Management jener Geschäftsprozesse geregelt, die einer IT-Unterstützung bedürfen.

ZIELE UND INDIKATOREN

Um eine umfassende und nachhaltige Digitalisierung bei der Planung und Abwicklung von Bauprojekten zu erreichen, setzt der STRABAGKonzern auf eine durchgängige Prozessoptimierung. Im Vordergrund steht eine höhere Durchdringung von digitalen Methoden, wie z. B. BIM.5D® (Building Information Modelling). Ein weiterer Fokus liegt auf der Weiterentwicklung effizienter und kollaborativer Arbeitsweisen mit der Auftraggeberseite und mit Partnerunternehmen und der Unterstützung durch geeignete Werkzeuge. Dazu setzen wir auf eine kontinuierliche Qualifizierung bestehender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Verstärkung unserer Teams mit entsprechenden Spezialistinnen und Spezialisten.

Die im Vorjahr genannten, auf Bauleistung und Projektanzahl basierenden Indikatoren konnten für 2017 noch nicht einwandfrei erhoben werden, sodass ihr Einsatz erneut evaluiert wird. Die erneute Evaluierung erfolgt auch aufgrund geänderter Zuständigkeiten im Management des Themas Digitalisierung und einer möglichen künftigen Anpassung der Management-Schwerpunkte.

PROJEKTE UND INITIATIVEN

Die Weiterentwicklung von BIM.5D® wurde auch im Geschäftsjahr 2017 intensiv betrieben. Zum einen gewinnen wir an Erfahrung, indem wir unser Know-how zum digitalen Bauen bei konkreten Projekten einsetzen, etwa beim Bau eines Bürogebäudes und einer Produktionshalle für Siemens im schweizerischen Zug. Zum anderen beteiligen wir uns an Forschungsprojekten, um BIM.5D® in möglichst allen relevanten Bauphasen einsetzen zu können.

  • Im Projekt „eeEmbedded“ geht es etwa darum, BIM-Methoden bereits in der Entwurfsphase zu nutzen. Im Vordergrund stehen die energetische Betrachtung und die Einbettung des geplanten Gebäudes in die Umgebung.
  • Im Verkehrswegebau beschäftigen wir uns u. a. mit dem Einsatz von Sensorik, um das Tragverhalten von Asphaltstraßen zu erfassen und damit bessere Prognosen über die Nutzungsdauer erstellen zu können. Das Konzernprojekt „BIM.5D® im Verkehrswegebau 2020“ wurde aufgesetzt, das in den kommenden zwei Jahren im Rahmen von Pilotprojekten Anwendungsfälle des Stufenplans des deutschen Verkehrsministeriums erarbeiten wird.
  • 2017 wurde auch das Schulungsangebot erneut erweitert. 2018 planen wir eine weitere Schulungsreihe zur Ausbildung unser zukünftigen BIM.5D®-Managerinnen und -Manager. Ziel für 2019 ist die erfolgreiche Durchführung von zwei vollständigen Schulungsreihen.



Auf der Website veröffentlicht am 04.06.2018 – Zuletzt publiziert am 07.08.2018 17:57:21
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