Digitalisierung

Die Digitalisierung ist aktuell eine der wichtigsten Fragen im Themenkomplex Innovation bei STRABAG. Sie ist ein Megatrend, der auch die traditionellen Bauprozesse verändern wird, in dem sie eine schnelle und weltweite Vernetzung von Dingen, Maschinen („Internet der Dinge“) und Menschen gestattet. Datenerfassende und -sendende Komponenten können nahezu überall eingebaut werden, etwa in Baustoffen und Bauteilen, um während der Erstellung von Bauwerken Informationen bereitzustellen oder um während des Betriebs Zustandsinformationen zu versenden.
Für STRABAG bedeutet der Trend zur Digitalisierung, dass alle wesentlichen Geschäftsprozesse – Planung, Ausführung, Produktion, Betrieb und Administration – an diese neue Art der Informationsverarbeitung schrittweise angepasst werden müssen. Wir wollen das digitale Planen und Bauen einführen, weil wir wettbewerbs- und damit zukunftsfähig sowie attraktiv als Arbeitgeberin und Baupartnerin bleiben wollen und weil wir durch die Vernetzung aller Baubeteiligten eine Steigerung der Qualität und Effizienz sowie eine bessere Planbarkeit der Kosten erwarten.


Zuständigkeiten und Regelungen
Zur Bearbeitung und kontinuierlichen Verfolgung der Digitalisierungsprozesse wurde als Ausschuss des Vorstands das Steering Committee Digitalisierung (SCD) eingerichtet, das aus den STRABAG SE-Vorstandsmitgliedern Christian Harder, Peter Krammer und Siegfried Wanker besteht. Das SCD wird beraten von einem Team bestehend aus vom Vorstand bestimmten Personen, die im Zusammenhang mit der Digitalisierung mittel- oder unmittelbare Verantwortung tragen. Das SCD tagt regelmäßig in ungefähr zweimonatigem Abstand. Weiters wurde mittels der neuen Konzernrichtlinie „GPM-Organisation“ (Geschäftsprozessmanagement) das Management jener Geschäftsprozesse geregelt, die einer IT-Unterstützung bedürfen. In den jeweiligen Unternehmensbereichen wurden dezentrale GPM-Beauftragte benannt, die als Sprecher der Unternehmensbereiche fungieren. Das im Rahmen der GPM-Organisation installierte GPM-Evaluierungsgremium, das aus Vertretern der Zentralbereiche BRVZ und Zentrale Technik besteht, ist für die Evaluierung der eingereichten Projektideen zuständig und koordiniert die Aufbereitung von Entscheidungsgrundlagen für das SCD. Diese beiden Zentralbereiche begleiten generell alle technischen und organisatorischen Schritte der Digitalisierungsprozesse maßgeblich.

Ziele und Indikatoren
Um eine umfassende und nachhaltige Digitalisierung bei der Planung und Abwicklung von Bauprojekten zu erreichen, setzt der STRABAG-Konzern auf eine durchgängige Prozessoptimierung. Im Vordergrund steht eine höhere Durchdringung von digitalen Methoden, wie z. B. BIM.5D®. Ein weiterer Fokus liegt auf der Weiterentwicklung effizienter und kollaborativer Arbeitsweisen mit der Auftraggeberseite und Partnerunternehmen. Dazu setzen wir auf eine kontinuierliche Qualifizierung bestehender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Verstärkung unserer Teams mit entsprechenden Spezialistinnen und Spezialisten. Die Zielerreichung wird anhand folgender Indikatoren gemessen:

  • Anzahl der Bauprojekte, die mit BIM.5D®-Methoden in der Planung, der Ausführung oder dem Betrieb abgewickelt wurden
  • Anteil der Leistung (in € Mio.) von Projekten mit Einsatz von BIM.5D®-Methoden in der Planung, der Ausführung oder dem Betrieb an der Gesamtleistung
  • Anzahl von Bauprojekten, die mittels des Einsatzes von Kollaborationsplattformen für die Planung und Abwicklung von Bauprojekten abgewickelt wurden
  • Anteil der Leistung (in € Mio.) von Projekten mit Einsatz von Kollaborationsplattformen für die Planung und Abwicklung an der Gesamtleistung
  • Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die Nutzung neuer Software (z. B. 3D-CAD, iTWO5D) und die Anwendung neuer Arbeitsweisen (z. B. BIM.5D®-Management) geschult worden sind
Die Zielwerte zu den Indikatoren werden wir im Geschäftsjahr 2017 definieren, und wir werden im Geschäftsbericht 2017 zur Zielerreichung berichten.

Projekte und Initiativen
2016 wurden die Projekte „Beschleunigte Einführung von BIM.5D® im STRABAG-Konzern“ für den Hochbau sowie „Die Vernetzte Baustelle“ für den Verkehrswegebau aufgesetzt. Das Projekt zu BIM.5D® wurde zum 31.12.2016 erfolgreich abgeschlossen. So trieben wir z. B. die Entwicklung von Vorlagen für die Modellierung in den unterschiedlichen Leistungsbereichen (z. B. Hochbau, Tiefbau, Ingenieurbau, Schlüsselfertigbau) einen großen Schritt voran. Weiters richteten wir BIM.5D®-Arbeitsräume und BIM.5D®- Konferenzräume an mehreren Standorten ein. Die noch nicht vollendeten Entwicklungsleistungen der insgesamt neun Teilprojekte rund um BIM.5D® werden in den Folgejahren in den verschiedenen Konzerneinheiten (IT, Zentrale Technik, operative Einheiten) fortgeführt. Das Projektteam „Die Vernetzte Baustelle“ nahm 2016 die Arbeit auf und wird seine Tätigkeit bis 2018 fortsetzen.



Auf der Website veröffentlicht am 31.07.2017 – Zuletzt publiziert am 08.08.2017 19:10:17
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