Gesundheitsschutz

Wir streben stets an, Aufgaben, Prozesse und Projekte wirtschaftlich effizient und für alle Beteiligten sicher auszuführen. Unser Erfolg gründet auf unseren Beschäftigten, daher muss der Arbeitssicherheit und dem Schutz der Gesundheit dieser ein besonderer Stellenwert im Konzern zukommen.
Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten, ist uns ein zentrales Anliegen und für einen langfristigen Unternehmenserfolg unverzichtbar. Gesundheit ist nicht nur die „Abwesenheit von Krankheit“ (Quelle: WHO). Sie drückt sich vielmehr als individuelles Wohlbefinden und subjektiv empfundene Leistungsfähigkeit aus. Das Arbeiten im Baugewerbe wird in der Öffentlichkeit vor allem mit schwerer körperlicher Leistung verbunden. Doch auch die psychische Belastung kann zu einem Thema werden: 2016 machte sie erstmals die Haupterkrankungsursache für Fehlzeiten über alle Branchen in Deutschland aus.3 Im Bausektor sind es vor allem Zeit- und Kostendruck, unerwünschte Unterbrechungen während der Arbeit und überlanges Arbeiten, die als stressfördernde Faktoren bekannt sind.4 Die psychosoziale Gesundheit durch Stressprävention und -bewältigung zu stärken, ist daher eines unserer wichtigsten Handlungsfelder im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Unsere Maßnahmen, Initiativen und Projekte zielen stets darauf ab, präventiv arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten auf der Baustelle und im Büro zu reduzieren.

ZUSTÄNDIGKEITEN UND REGELUNGEN

Die gesetzlichen Vorgaben zum Arbeits- und Gesundheitsschutz bilden für uns als Minimalanforderungen die Basis. Darüber hinaus haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Gesundheit der Beschäftigten systematisch, gezielt und nachhaltig zu fördern und das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) konzernweit zu verankern. Daher wurde aufbauend auf Maßnahmen der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und bereits laufender Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung mit der Umsetzung eines BGM begonnen, mittlerweile wurde es schon in neun Konzernländern ausgerollt (Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Ungarn, Serbien). Für 2018 stehen Rumänien und Slowenien bereits in den Startlöchern. Durch die Steuerung auf Konzernebene lässt sich das Thema in den einzelnen Ländern durch BGM-Landeskoordinatorinnen und -koordinatoren und durch ein BGM-Landesgremium, das mit den wichtigsten Multiplikatoren (Management, Betriebsräte bzw. deren Vertreterinnen und Vertreter, Personalabteilung, Arbeitssicherheit) des Lands besetzt ist, koordinieren und systematisch verbreiten. Die Maßnahmen an den Standorten werden von den BGM-Koordinatorinnen und -Koordinatoren sowie engagierten freiwilligen Gesundheitsakteurinnen und -akteuren und Standort-Teams umgesetzt und verbreitet.

ZIELE UND INDIKATOREN

Unser Ziel ist es, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Die dazu gesetzten Maßnahmen arbeiten darauf hin, sowohl die Arbeitsbedingungen zu verbessern als auch die persönlichen Ressourcen am Arbeitsplatz aller Beschäftigten und Führungskräfte zu stärken. Mittels der Krankheitsausfallquote5 beobachten wir, wie gut wir dieses Ziel erreichen: Sie betrug im Jahr 2017 im Konzern 5,1 %, das sind 6,6 % bei Gewerblichen und 3,6 % bei Angestellten (2016: 5,1 % im Konzern, 6,7 % bei Gewerblichen, 3,6 % bei Angestellten).





PROJEKTE UND INITIATIVEN

Die Zusammenarbeit von BGM, der Arbeitssicherheit und in Österreich den arbeitsmedizinischen Diensten sieht u. a. die Organisation von Gesundheitstagen in Niederlassungen sowie auf Baustellen vor. Präventionsangebote, wie z. B. Gehör-, Seh-, Lungenfunktionstests etc., Wirbelsäulen-Screenings sowie individuell zusammengestellte Aktionen, wrweitern das Angebot für unsere gewerblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Des Weiteren bietet das BGM ein breit gefächertes und zielgerichtetes Angebot an den Bürostandorten an. Neben Augen-, Stress- und Vorsorgeuntersuchungen werden diverse Gesundheitskurse, wie z. B. Rückenschule, Vorträge und Workshops zu den Haupthandlungsfeldern Bewegung, Ernährung und Stressprävention, angeboten.

2017 wurde eine Befragung der gewerblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Kroatien, Serbien, Polen, Tschechien und der Slowakei zum Thema „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz“ durchgeführt. In Deutschland wurden als wesentliche Belastungsfaktoren unserer gewerblichen Mitarbeitenden erwartungsgemäß die Einflüsse von Hitze, Kälte und Nässe, aber auch von Zeitdruck und Wochenend- bzw. Nachtarbeit genannt. Es wird versucht, durch die Ausstattung mit und die Weiterentwicklung von mobilen Pausen- und Aufenthaltsmöglichkeiten entgegenzusteuern. Außerdem wird ein konstruktiver Dialog zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden geführt, um gemeinsam Lösungen zur Verringerung der Belastungen zu erarbeiten.
Führungskräfte spielen eine wesentliche Rolle in der Vermittlung einer gesundheitsfördernden Unternehmenskultur. Das zweitägige Seminar „Erfolgreich durch gesunde Führung“ lehrt unser Management, wie persönliche Ressourcen individuell gestärkt werden können, aber auch, wie eine gesunde Führung umgesetzt werden kann. Das Seminar wurde bereits in drei Ländern eingeführt, 2017 nahmen 121 Personen auf Direktions- bzw. Bereichsleiterebene teil. Aber auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auf ein breites Angebot gesundheitsfördernder Maßnahmen zugreifen. Seit 2015 bieten wir z. B. das Seminar „Fit4Work“ an. Hier lernen die Teilnehmenden, Herausforderungen wie Bewegungsmangel, einseitiger und ungesunder Ernährung sowie Stressmustern mithilfe einer individuellen Gesundheitsstrategie zu begegnen. Bis heute definierten 511 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre persönliche Strategie für mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz.
Dem BGM-Landesgremium Kroatien und allen Mitwirkenden wurde 2017 aufgrund der Teilnahme an einem EU-geförderten Projekt die Auszeichnung „Gesundheitsfreundliche Firma“ verliehen.

Arbeits- und Sozialfonds

Zur Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unverschuldet in materielle Not geraten sind, wie z. B. durch einen Unfall, durch Krankheit, Unwetter, Hochwasser o. ä., wurde vor mehr als zehn Jahren im STRABAG-Konzern die „Arbeits- und Sozialfonds“ Privatstiftung eingerichtet. Das Stiftungskapital betrug ursprünglich rund € 3,60 Mio. und wurde aufgrund der steigenden Mitarbeiterzahl bis zum Jahr 2013 auf rund € 10,20 Mio. aufgestockt. Ein Antrag auf Unterstützung aus dem Fonds kann von der betroffenen Mitarbeiterin oder dem betroffenen Mitarbeiter selbst, von der jeweiligen Führungskraft oder von der Arbeitnehmervertretung gestellt werden. Diese Zuwendungsanträge werden vom Stiftungsvorstand begutachtet, der auf Basis der Angaben eine sozial treffsichere Entscheidung fällt. Der Stiftungsvorstand setzt sich unter dem Vorsitz eines Arbeitnehmervertreters aus vier Arbeitgeber- und vier Arbeitnehmervertretern zusammen. Die Zuwendungen werden in erster Linie für unterhaltspflichtige Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Form von monatlichen Zahlungen, aber auch durch zweckgewidmete Einmalzahlungen geleistet.


1BG Bau, Zahl der Arbeitsunfälle leicht gestiegen, unter: www.bgbau.de (Stand 20.12.2017)
2 Gewertet werden Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie ohne Berufskrankheiten) mit einem Arbeitsausfall von zumindest einem Kalendertag, gezählt ab dem Tag nach dem Arbeitsunfall.
3 DAK, Psychische Erkrankungen: Höchststand bei Ausfalltagen, unter: www.dak.de (Stand 30.11.2017)
4 Psychische Belastung von Bauleitern, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, 2006
5 Verhältnis der Krankenstandstage zu den Arbeitstagen



Auf der Website veröffentlicht am 11.06.2018 – Zuletzt publiziert am 11.06.2018 12:48:38
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