Stakeholder-Einbindung

Durch unsere unternehmerische Tätigkeit gestalten wir unmittelbar das lokale Umfeld etwa durch Gebäude oder Verkehrswege. Wie lassen sich in diesem Kontext Nachhaltigkeit und Bauen vereinbaren? Der erste Schritt besteht darin, im Dialog die Interessen der unterschiedlichen Stakeholdergruppen zu erfassen und wesentliche Themen zu identifizieren.
Partnerschaftlichkeit und Zusammenarbeit sind zentrale Werte von STRABAG. Daher befassen wir uns kontinuierlich mit den Anliegen, Forderungen und Wünschen unserer Stakeholder. Das sind jene Gruppen, die durch unsere Dienstleistungen beeinflusst werden, oder die ihrerseits die Geschäftstätigkeit unseres Konzerns beeinflussen können. Für den Kontakt zu ihnen nutzen wir verschiedene Dialogformate:

StakeholdergruppeKommunikationswege
Kundinnen, Kunden Kundenbefragungen, Partneringmodell teamconcept, Websites
Mitarbeiterinnen, MitarbeiterMitarbeitergespräche, Mitarbeiterbefragung, interne Social-Business-Plattform „connect“, Mitarbeitermagazin, Intranet
Bewerberinnen, BewerberMessen, Internet-Karriereportal
Nachunternehmen/ZulieferfirmenGespräche, Bewertungen, Audits
KapitalmarktHauptversammlung, Roadshows, Berichte, Gespräche, Website
Medien Pressemitteilungen, Pressekonferenzen, Newsletter, Interviews, Stellungnahmen, Auskünfte, Websites
Anrainerinnen, AnrainerInformationsveranstaltungen (meist organisiert durch die Auftraggeberseite)
MitbewerbMitarbeit und Mitgliedschaft in Verbänden und Netzwerken
HochschulenVerbundforschungs- und Entwicklungsprojekte, Messen, Sponsoring, Mentoringprogramme
NichtregierungsorganisationenUnterstützung bzw. Mitgliedschaften in Initiativen, Forschungs- und Entwicklung, Stellungnahmen, Pressemitteilungen, Konferenzen, Gespräche, Website

Zu unserem Verständnis von nachhaltigem Wirtschaften zählt, die Bedürfnisse und Anforderungen der Stakeholder systematisch zu erfassen und aktiv im kontinuierlichen Dialog auf Aktualität zu überprüfen. Das ist wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben und unser Leistungsportfolio an den Kundenanforderungen und Marktentwicklungen ausrichten zu können. Gleichzeitig bleiben wir wachsam für zukunftsfähige Lösungen außerhalb des Konzerns, die unserem Kerngeschäft neue Impulse geben könnten.

Wesentlich sind für STRABAG jene Faktoren und Aspekte, die
  • die zukünftige Geschäftstätigkeit des Konzerns entscheidend beeinflussen,
  • das Erreichen der strategischen Ziele begünstigen oder verzögern,
  • die Stakeholder als relevant einschätzen und in ihren Entscheidungen beeinflussen

sowie wirtschaftliche, gesellschaftliche oder ökologische Bereiche, auf die STRABAG durch ihr Handeln verhältnismäßig stark einwirkt. Bei der Bestimmung der relevanten Themen seitens STRABAG sind die Empfehlungen der GRI G4-Leitlinien eingeflossen.

Stakeholder-Dialog und Wesentlichkeitsanalyse 2015–2016

Die Organisation des Stakeholder-Dialogs zur Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse fällt in die Zuständigkeit des Stabsbereichs Corporate Responsibility. Der Dialog ist derzeit auf die beiden Länder mit den größten Beiträgen zur Konzernleistung, Deutschland und Österreich, beschränkt. Mittel- bis langfristig soll er auf weitere Konzernländer ausgeweitet werden.

IDENTIFIZIEREN und VERSTEHEN

In einer detaillierten Analyse wurden im Jahr 2015 die
externen Anforderungen zusammengetragen, die STRABAG über die aktuelle und potenzielle Auftraggeberschaft, Politik, NGOs, Medienberichte, Ratingagenturen, Branchenvereinigungen und den täglichen Austausch mit den unterschiedlichen Stakeholdergruppen erreichen. Nach Zusammenfassung und Clustern der über 100 Anforderungen wurden die Themen nach der Häufigkeit der Nennung gelistet, woraus die für STRABAG relevanten Themen abgeleitet wurden. Die am häufigsten nachgefragten Nachhaltigkeitsaspekte bilden eine wichtige Grundlage für die Wesentlichkeitsmatrix und die Schwerpunktlegung in unseren sechs strategischen Feldern.

PRIORISIEREN

Diese Zusammenstellung der externen Anforderungen bzw. Einflussfaktoren wurde um die
interne Sicht erweitert, indem ca. 60 Führungskräfte aus verschiedenen Unternehmensbereichen und Ländern gebeten wurden, die Themen in einer anonymisierten Befragung nach ihrer Wesentlichkeit zu priorisieren. Die Expertinnen und Experten im CR-Stab bewerteten die Ergebnisse der Befragung vor dem Hintergrund der Vollständigkeit und des Nachhaltigkeitskontexts und passten den Katalog der relevanten Themen den Hinweisen der internen Befragung entsprechend an.

In einem nächsten Priorisierungsschritt überprüften im Frühjahr 2016 ausgewählte Vertreter der wichtigsten externen Stakeholdergruppen und der STRABAG-Vorstandsvorsitzende auf einer
Dialogveranstaltung in der Konzernzentrale in Wien den aktualisierten Themenkatalog.

Vertreten waren die Stakeholdergruppen:
  • Anrainerinnen/Anrainer
  • Hochschulen
  • Investorenschaft
  • Kundinnen, Kunden
  • Medien
  • Nachunternehmen/Zulieferfirmen
  • Nichtregierungs-Organisationen
  • Öffentlicher Sektor

Die Auswahl der Vertreter der jeweiligen Stakeholdergruppe erfolgte in Abstimmung mit verschiedenen Konzerneinheiten anhand im Vorfeld festgelegter Kriterien, beispielsweise:
  • Repräsentanz der beiden Konzernländer Deutschland und Österreich
  • Mischung der Teilnehmer gemäß den beiden Hauptsparten Verkehrswegebau und Hoch- und Ingenieurbau sowie gemäß den wichtigsten Gewerken
  • Umsatzvolumen der gemeinsamen Projekte im Vorjahr
  • Kritische Themen aus der Vergangenheit

Die externen Stakeholder bereicherten den Katalog der relevanten Themen um folgende weitere Themen:
  • Anrainerzufriedenheit
  • Innovationsführerschaft
  • Klimawandelanpassung
  • Ressourcenmanagement
  • Strategische Personalentwicklung/Ausbildung
  • Verlässlicher Partner

In weiteren Veranstaltungen und Befragungen wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von STRABAG in die Themenpriorisierung eingebunden. Um eine möglichst repräsentative Aussage über den Konzern hinweg zu erhalten, wurden die Dialoge in verschiedenen Direktionen der beiden Sparten Verkehrswegebau und Hoch- und Ingenieurbau und in den Ländern Deutschland und Österreich geführt. Auch eine Mischung zwischen technischem und kaufmännischem Personal sowie ein Querschnitt über alle Hierarchiestufen (z.B. Bauarbeiter, Bereichsleiter, Poliere) wurden erzielt. Es ergaben sich ähnliche Einschätzungen wie bei den externen Stakeholdern: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erachteten ebenfalls das Thema Innovation als überaus wichtig. Außerdem wurde die Umsetzung der Unternehmenswerte als relevantes Thema identifiziert.

In einem weiteren Schritt wurde zu einigen Themen im STRABAG SE-Vorstand eine zusätzliche Befragung zur Priorisierung durchgeführt.

BEWERTEN

Die Impulse aus diesen unterschiedlichen internen und externen Workshops, Gesprächen und Befragungen wurden vom CR-Stab ausgewertet und dem STRABAG SE-Vorstand in Form eines Vorschlags für die Wesentlichkeitsmatrix vorgelegt.

Im September 2016 hat der Vorstand diese Auswertung intensiv diskutiert und die Wesentlichkeitsmatrix finalisiert und freigegeben. Die
als wesentlich identifizierten Themen sind:
  • Kundenzufriedenheit
  • Strategische Personalentwicklung
  • Beschäftigungsbedingungen (beinhaltet u. a. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Gleichstellung von Frauen und Männern, Menschenrechte)
  • Innovation und Digitalisierung
  • Risiken- und Chancenmanagement
  • Business Compliance



Über die wesentlichen Themen hinaus umfasst der aktuelle Themenkatalog der relevanten Themen die folgenden Aspekte (Stand April 2017):

Abfallmanagement und Recycling
Antidiskriminierung
Dialog mit den Stakeholdern/Anrainerzufriedenheit
Energiemanagement
Förderung umweltfreundlicher Technologien & Produkte
Gesellschaftliches Engagement
Kinderarbeit
Klimawandelanpassung
Leben/Umsetzung der Unternehmenswerte
Materialeinsatz
Nachhaltiges Bauen
Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Ressourcenmanagement
Umweltmanagement
Unternehmensführung
Verlässlicher Partner
Wasser



Auf der Website veröffentlicht am 27.07.2015 – Zuletzt publiziert am 08.08.2017 18:11:42
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