Arbeitssicherheit

Wir streben stets an, Aufgaben, Prozesse und Projekte wirtschaftlich effizient und für alle Beteiligten sicher auszuführen. Unser Erfolg gründet auf unseren Beschäftigten, daher muss der Arbeitssicherheit und dem Schutz der Gesundheit dieser ein besonderer Stellenwert im Konzern zukommen.
Verglichen mit anderen Industriezweigen ist das Unfallrisiko im Baugewerbe höher. Zudem ist die Arbeit mit bestimmten physischen Anforderungen verbunden, wie z.B. dem Heben schwerer Lasten. Initiativen zur Unfallverhütung und ein wachsendes Bewusstsein für eine verbesserte Arbeitssicherheit in den Unternehmen haben aber dafür gesorgt, dass die Arbeitsunfallzahlen in der Bauwirtschaft rückläufig sind (Pressemeldung Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft).

Gemäß der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft ist etwa in Deutschland die Unfallquote je 1.000 Beschäftigte von 66,60 Fallen im Jahr 2007 auf 53,64 Fälle im Jahr 2017 zurückgegangen.1 Zum Vergleich: In unserem Konzern lag die Unfallquote je 1.000 Beschäftigte im Jahr 2018 bei 29,6 Fällen.

Als eine der größten Arbeitgeberinnen im Baugewerbe in Europa sind wir auf das Thema Arbeitssicherheit sensibilisiert. Ihre Weiterentwicklung liegt im Interesse aller – dies zeigt die hohe Priorisierung, die dem Thema vonseiten der Stakeholder und des Managements eingeräumt wurde.

ZUSTÄNDIGKEITEN UND REGELUNGEN

Die Organisation rund um die Themen „Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz“ (SGU) wird seit 2017 konzernweit durch einen Koordinator weiterentwickelt. Dazu wurde ein SGU-Ausschuss zur Lenkung übergreifender Themen wie „Arbeitssicherheitskommunikation“, „E-Learning- Schulungen“ sowie „Einsatz digitaler Hilfsmittel zur Erfassung, Bearbeitung und Vermeidung unsicherer Situationen bzw. Beinahe-Unfällen auf Baustellen“ gebildet. Regional nehmen die Arbeitssicherheitsfachkräfte regelmäßige Baustellenbegehungen vor. So sind in Deutschland ca. 80, in Osterreich rd. 20 Fachkräfte für Arbeitssicherheit auf unseren Baustellen und Produktionsbetrieben eingesetzt. Konzernweit ist in der Regel je Direktion mindestens eine Person für SGU vorhanden. In Relation zur Anzahl und Größe der Baustellen in einem Land oder in einer Region wird die Betreuung angepasst. Um die Risiken rund um die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beherrschen, setzen wir ein zertifiziertes Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem gemäß OHSAS 18001 und/ oder SCC um.

ZIELE UND INDIKATOREN

Die kontinuierliche Verminderung von Unfallgefahren auf Baustellen ist unser Ziel. Schulungen und Weiterbildungen, Begehungen mit Führungskräften und Baustellenverantwortlichen, Analysen von (Beinahe-)Unfällen und Präventivmaßnahmen sollen uns diesem Ziel näherbringen. Zwei Indikatoren helfen uns dabei, die Zielerreichung messbar zu machen:

Die Arbeitsunfall-Ausfallquote – berechnet aus der Anzahl der durch Arbeitsunfälle bedingten Ausfallstunden im Verhältnis zu den produktiven Arbeitsstunden – lag im Konzern 2018 bei
0,22 %, das sind 0,33 % bei Gewerblichen und 0,07 % bei Angestellten (2017: 0,24 % im Konzern, 0,36 % bei Gewerblichen, 0,05 % bei Angestellten). Die Unfallhäufigkeit2 – berechnet aus der Anzahl der Arbeitsunfälle pro 1 Mio. produktive Arbeitsstunden – war insgesamt ebenfalls vergleichbar mit jener des Vorjahrs, und zwar mit 15,9 im Konzern bzw. 22,5 bei Gewerblichen und 5,8 bei Angestellten (2017: 17,4 im Konzern, 25,5 bei Gewerblichen, 4,8 bei Angestellten). Es waren zwei tödliche Arbeitsunfälle zu betrauern.

ARBEITSUNFALL-AUSFALLQUOTE



UNFALLHÄUFIGKEIT3



PROJEKTE UND INITIATIVEN

Im Geschäftsjahr 2018 wurden in Deutschland und Österreich u. a. folgende Projekte verfolgt und Initiativen gesetzt:

  • Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Baustellen erhielten anhand der Sicherheitsbroschüre „Wir arbeiten sicher auf Baustellen“ eine österreichweit einheitliche Grundunterweisung, und es wurden quartalsweise Sicherheitsschwerpunkte kommuniziert.
  • Digitale Werkzeuge unterstützen unsere Führungskräfte dabei, ihr Engagement für Arbeitssicherheit auf allen Managementebenen zu zeigen: Mit ihren Smartphones können sie z. B. Fotodokumentationen der Baustellen erstellen und speichern. Die Smartphone-App zur Begehung von Baustellen wurde im Lauf des Jahrs 2018 international in allen Konzern-Landessprachen ausgerollt und getestet. Für das Jahr 2019 soll der verpflichtende Einsatz dieses und weiterer digitaler Hilfsmittel per konzernweiter Regelung mit Zielvorgaben eingeführt werden.
  • 2018 wurde die Kommunikation zum Thema Arbeitssicherheit auf neue Beine gestellt, und es wurde eine konzernweite Kampagne konzipiert, die ab 2019 ausgerollt werden wird.
  • Eine Online-Schulung zur Ergonomie am Arbeitsplatz wurde erstellt und eingeführt.
  • Notfallbeatmungstücher wurden an alle betrieblichen Ersthelfenden verteilt.
  • Es wurde eine neue Auflage des SGU-Kalenders 2019 konzipiert; der Fokus liegt auf einem monatlich aktuellen Unterweisungsthema speziell für Poliere bzw. Polierinnen und Schachtmeister bzw. Schachtmeisterinnen.

In den anderen Ländern, in denen der STRABAG-Konzern tätig ist, wurden zahlreiche Kampagnen zu speziellen Arbeitssicherheitsthemen umgesetzt und SGU-Trainings durchgeführt, und es wurde Personal in diesem Bereich aufgestockt.


1https://www.bgbau.de/termin/arbeitsunfaelle-auf-baustellen-ruecklaeufig/?tx_news_pi1%5Baction%5D=index&tx_news_pi1%5Bcontroll er%5D=News&cHash=e4ae2542873098c266b5da5a3475448a (Stand 4.1.2019)
2 Gewertet werden Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie ohne Berufskrankheiten) mit einem Arbeitsausfall von zumindest einem Kalendertag, gezählt ab dem Tag nach dem Arbeitsunfall.
3 Gewertet werden Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie ohne Berufskrankheiten) mit einem Arbeitsausfall von zumindest einem Kalendertag, gezählt ab dem Tag nach dem Arbeitsunfall.



Auf der Website veröffentlicht am 27.07.2015 – Zuletzt publiziert am 11.06.2019 18:57:13
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