Menschen und Arbeitsplatz

Ein sicheres, stabiles Arbeitsumfeld, individuelle Leistungsförderung und Vielfältigkeit in unseren Teams.
An über 700 Standorten stellen knapp 77.000 Menschen weltweit ihr Können unter Beweis. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit vereinten Kräften daran, dass die Bauwerke termingerecht in der geforderten Qualität fertiggestellt werden. Damit diese Aufgabe Tag für Tag gelingt, ist STRABAG als Arbeitgeberin gefordert, für faire Beschäftigungsbedingungen zu sorgen: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sicherstellen, Gleichstellung von Frauen und Männern fördern sowie die Menschenrechte an allen Standorten einhalten.

ARBEITSSICHERHEIT



Sicherheit und Gesundheit sind ein zentrales Anliegen und Bestandteil der Unternehmenskultur von STRABAG. Aus diesem Grund haben wir uns im Rahmen der Konzerninitiative „1>2>3 Entscheide Dich für Sicherheit“ bewusst der Herausforderung „Vision Zero – Null Unfälle“ gestellt. Dadurch wurden im Laufe der letzten Jahre weitreichende Veränderungen und wichtige Impulse in der Arbeitssicherheit gesetzt. „1>2>3 Entscheide Dich für Sicherheit“ klingt wie ein einfacher Satz, der im Alltag jedoch nicht immer so einfach umgesetzt werden kann. Durch ständige Veränderungen der Arbeitsumgebung, hohe körperliche Belastung sowie unvorhersehbare Witterungseinflüsse sind Beschäftigte in der Bauwirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen einem besonders hohen Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt.
Darüber hinaus stellte die Covid-19-Pandemie 2020 nie zuvor dagewesene Anforderungen an uns: Im gesamten Konzern galt es, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz mit dem Infektionsschutz in Einklang zu bringen. Die Dynamik der Pandemie und die in allen Ländern geltenden behördlichen Vorgaben erforderten in jeglicher Hinsicht Flexibilität und Kreativität, um Engpässe zu umgehen und schnelle, pragmatische und wirksame Lösungen zu finden.
Durch die vorbildliche Umsetzung der nötigen Schutzmaßnahmen konnte die Arbeit auf den Baustellen und in den Arbeitsstätten nahezu unvermindert fortgeführt werden. Auf Basis von länderspezifischen Regeln und Verordnungen sowie den Vorgaben der Gesundheitsbehörden wurden entsprechende Maßnahmen festgelegt und umgesetzt.

Projekte und Initiativen

Um das Bewusstsein aller Beteiligten für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz zu schärfen und die Arbeit konsequent sicherer zu gestalten, wurde 2019 die konzernweite Initiative „1>2>3 Entscheide Dich für Sicherheit“ ausgerollt. Wir haben uns ein klares Ziel gesetzt und in der Botschaft „Vision Zero – Null Unfälle“ formuliert. Dieses Ziel fordert alle gleichermaßen auf, einen persönlichen Beitrag zur Arbeitssicherheit zu leisten. So wurden auch im Jahr 2020 in den einzelnen Konzernländern regionale Aktivitäten zu speziellen Arbeitssicherheitsthemen im Rahmen dieser Initiative umgesetzt. Einen Überblick über diese Aktivitäten illustriert die Website der Kampagne 123.strabag.com.

Weiters wurden im Geschäftsjahr 2020 u. a. folgende Projekte verfolgt und Initiativen gesetzt:
  • Die 2018 initiierten Smartphone-Apps für Baustellenbegehungen wurden in weiteren Konzernländern ausgerollt und kamen über 35.000 Mal zum Einsatz.
  • Neue Apps für Begehungen in stationären Anlagen und Arbeitsstätten wie Mischwerken, Steinbrüchen, etc. wurden in mehreren Ländern eingeführt.
  • Die Erarbeitung eines Konzepts zur Nachunternehmer-Präqualifizierung im Bereich der Arbeitssicherheit wurde angestoßen.

Ziele und Indikatoren

SRS-Unfälle (Stolpern, Rutschen, Stürzen) sind mit rd. einem Viertel die häufigste Ursache für Arbeitsunfälle. Die kontinuierliche Verminderung von SRS-Unfällen auf Baustellen ist daher unser vorrangiges Ziel. Die Ausfallquote und die Unfallhäufigkeit sind Indikatoren, die uns helfen, unsere Tätigkeit messbar zu machen.



¹Die Unfallhäufigkeit wird berechnet aus der Anzahl der Arbeitsunfälle pro 1 Mio. produktive Arbeitsstunden und war vergleichbar mit jener des Vorjahres. Gewertet werden dabei Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie ohne Berufskrankheiten) mit einem Arbeitsausfall von zumindest einem Kalendertag, gezählt ab dem Tag nach dem Arbeitsunfall.

Mehr zu Arbeitssicherheit finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.


GESUNDHEITSSCHUTZ

Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten, ist uns ein zentrales Anliegen und für einen langfristigen Unternehmenserfolg unverzichtbar. Das Arbeiten im Baugewerbe wird in der Öffentlichkeit vor allem mit schwerer körperlicher Leistung verbunden. Doch auch die psychische Belastung kann zu einem Thema werden. Die psychosoziale Gesundheit durch Stressprävention und -bewältigung zu stärken, ist daher eines unserer wichtigsten Handlungsfelder im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

Projekte und Initiativen

Die Zusammenarbeit von BGM, der Arbeitssicherheit und den arbeitsmedizinischen Diensten sieht u. a. die Organisation von Gesundheitsaktionen in Niederlassungen sowie auf Baustellen vor. Präventionsangebote, wie z. B. Gehör-, Seh-, Lungenfunktionstests, Wirbelsäulen-, Herz- und Beweglichkeits-Screenings sowie individuell zusammengestellte Aktionen, erweitern das Angebot für unsere gewerblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mit Auftreten der COVID-19-Pandemie ist die Bedeutung eines funktionierenden betrieblichen Gesundheitsschutzes deutlich in den Vordergrund getreten. An den Standorten und auf den Baustellen wurden umfangreiche Maßnahmen gesetzt, um alle Anwesenden bestmöglich zu schützen. Sie sind geprüft und ausgerüstet, um die erforderlichen Hygiene-Standards zu erfüllen. Auch entsprechende COVID-19 Standort-Guidelines wurden ausgearbeitet und umgesetzt.

Die STRABAG-Gruppe Deutschland wurde 2020 mit dem Corporate Health Award – der größten und renommiertesten Auszeichnung im BGM in Deutschland, vergeben von Handelsblatt und EUPD Research – ausgezeichnet.

Ziele und Indikatoren

Übergeordnetes Ziel ist es, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Die dazu gesetzten Maßnahmen wirken darauf hin, sowohl die Arbeitsbedingungen zu verbessern als auch die persönlichen Ressourcen am Arbeitsplatz aller Beschäftigten und Führungskräfte zu stärken. Unter anderem mittels der Krankheitsausfallquote¹ beobachten wir, wie gut wir dieses Ziel erreichen: Sie betrug im Jahr 2020 im Konzern 5,6 %, das sind 7,2 % bei Gewerblichen und 3,5 % bei Angestellten (2019: 4,9 % im Konzern, 5,8 % bei Gewerblichen, 3,6 % bei Angestellten).


¹Die Krankheitsausfall-Quote berechnet sich aus dem Verhältnis der Krankenstandstage zu den Arbeitstagen.

Mehr zum Thema Gesundheitsschutz finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.


STRATEGISCHE PERSONALENTWICKLUNG



Die Bauwirtschaft ist eine personalintensive Branche, deren Geschäftsergebnis maßgeblich vom Engagement der in ihr tätigen Menschen beeinflusst wird – nicht zuletzt deshalb, weil sie aufgrund von Fachkräftemangel und saisonbedingten Engpässen einen kritischen Faktor darstellen. Der STRABAG-Konzern antwortet auf diese Themen mit einer konsequenten strategischen Personalplanung und der kontinuierlichen Weiterbildung und -entwicklung seiner Beschäftigten.

Projekte und Initiativen

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, fördern und optimieren wir die bedarfsorientierte fachliche und persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur so können wir unseren Kundinnen und Kunden eine termin- und fachgerechte Umsetzung ihrer Projekte garantieren. Der Weiterbildungsbedarf ist vorwiegend im Rahmen des Mitarbeitergesprächs zu erheben. Dieses essentielle Instrument der Mitarbeiterführung ist von der bzw. dem Vorgesetzten zumindest jährlich durchzuführen und bietet Gelegenheit für wechselseitiges Feedback.

Ziele und Indikatoren

Die Vorbereitung sowie die Dokumentation des Mitarbeitergesprächs wurden 2019 digitalisiert. Seit diesem Jahr besteht zusätzlich die Möglichkeit der Kompetenzeinschätzung für Führungskräfte sowie die Erstellung eines individuellen Entwicklungsplans. Im Jahr 2020 wurden im gesamten Konzern mit 51,10 % (2019: 60 %) aller Angestellten strukturierte Mitarbeitergespräche geführt. Wir streben einen Anteil von 80 % bis zum Jahr 2022 an. Der in den Gesprächen identifizierte Weiterbildungsbedarf wird in Form von Seminaren individuell bearbeitet. Im Berichtszeitraum betrug die Kennzahl „Trainingstage pro Angestellter/Angestelltem“ 0,68 (2019: 1,42).





¹Der Rückgang an Präsenztrainings und Mitarbeitergesprächen ergibt sich Covid-19-bedingt. Darüber hinaus erfolgte eine Vereinheitlichung der Datenbasis.

Mehr zu Strategischer Personalentwicklung finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.


GLEICHSTELLUNG VON FRAUEN UND MÄNNERN



Die Bauwirtschaft als Berufssparte beschäftigt in den technischen Berufen traditionell überwiegend Männer. Frauen sind daher in allen Hierarchieebenen unterdurchschnittlich repräsentiert. Unter anderem der Fachkräftemangel erfordert allerdings, dass der Sektor in Zukunft stärker als bisher auf die Arbeitskraft von Frauen setzt. Wenn es gelingt, mehr Frauen für eine berufliche Tätigkeit im Bauwesen bzw. bei STRABAG zu begeistern, wird damit auch die Basis für eine höhere Repräsentation von Frauen in den Führungsgremien gelegt.

Projekte

Insbesondere im Hinblick auf Potenzial- und Leistungsträgerinnen und -träger konkurriert STRABAG mit anderen Bauunternehmen um flexible und möglichst mobile Mitarbeitende. STRABAG steigert ihre Attraktivität als Arbeitgeberin auch mittels einer besseren Vereinbarkeit von Karriere und Familie. So haben die jeweiligen Familien die Möglichkeit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die beruflich ins Ausland entsendet werden, zu begleiten. Weiters ist im Jahr 2014 ein Leitfaden und Prozess für ein Elternkarenz/Elternzeit- und Rückkehrmanagement entwickelt worden. Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie fördern soll außerdem die Möglichkeit für mobiles Arbeiten (Home Office), deren Rahmenbedingungen 2018 in einer vorerst auf zwei Jahre befristeten Konzernrichtlinie festgehalten wurden. 2020 wurde diese Richtlinie überarbeitet, und es wurden die Rahmenbedingungen weiter flexibilisiert.

Ziele und Indikatoren

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und von der Vielfalt unterschiedlicher Sichtweisen zu profitieren, hat sich STRABAG im Jahr 2013 das Ziel gesetzt, den weltweiten Frauenanteil im Konzern jährlich zu heben – also für eine höhere Repräsentanz von Frauen im Konzern zu sorgen.



¹Berechnungsgrundlage: erstmals 2018 Köpfe, davor FTE
²Definition Management: Hierarchieebenen ab Bereichsleitung

Mehr zur Gleichstellung von Frauen und Männern finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.


MENSCHENRECHTE



Durch unser Angebot an Bauleistungen auch in strukturschwachen Regionen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Ausbau von Infrastruktur und zur Schaffung von Arbeitsplätzen. In Summe werden rd. 95 % der Bauleistungen in Europa und rd. 5 % außerhalb Europas erbracht. Einzelne Projekte werden auch in Ländern ausgeführt, die bezüglich ihrer menschenrechtlichen Praxis in der internationalen Kritik stehen.

Projekt und Initiativen

Der Code of Conduct wurde um eine Anlage zum Thema „Grundsätze zu Beschäftigungsbedingungen und Menschenrechten“ ergänzt, die als gesondertes Dokument unter Business Compliance zu finden ist, allen Mitarbeitenden zur Beachtung und Einhaltung zur Kenntnis gebracht und in die bestehenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. vergleichbaren Bedingungswerke aufgenommen wurde. Zudem wurde eine Erklärung gemäß UK Modern Slavery Act ebenfalls unter Business Compliance veröffentlicht.
Seit 2018 ist eine konzernweite digitale Hinweisgeberplattform bei einem externen Anbieter eingerichtet, über die Hinweise und Anliegen online und auf Wunsch auch anonym vorgebracht und systematisch bearbeitet werden können.

Ziele und Indikatoren

Die Schaffung und Aufrechterhaltung von Beschäftigungsbedingungen unter Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind ein wesentliches Ziel im Wertesystem des STRABAG-Konzerns.
Die Zielerreichung wird anhand des folgenden Indikators gemessen:

  • Anzahl der festgestellten Diskriminierungsfälle im Berichtsjahr (Zuordnungsdatum = Datum der abschließenden Feststellung): 3

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 gab es hierzu insgesamt 17 Meldungen über das Ombudswesen (mehrheitlich Konfliktsituationen zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten); darunter drei Diskriminierungsfälle, die sich den Kategorien Mobbing oder Stalking zuordnen lassen. In einem Fall war die Untersuchung Ende 2020 noch nicht abgeschlossen.

Mehr zum Thema Menschenrechten finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.



Auf der Website veröffentlicht am 27.07.2015 – Zuletzt publiziert am 17.06.2021 10:59:54
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